- Donnerstag
- 18. Juni 2026
Große Pläne für Coworking in Lübbenau
Green Hub Coworking Space neben Gurkenwelt
Lass dir von Manuela Wehrle schildern, wie es in Lübbenau ums Coworking steht. Sindy Weiher von GCF-Mitglied Bekotec nahm sie mit auf die Baustelle und stellte ihr das geplante Coworking-Angebot in der Nähe des Bahnhofs ausgiebig vor.
Jedes Jahr verbringe ich mit meiner Familie einige Tage im reizenden Städtchen Lübbenau im Spreewald. Dort paddeln wir entlang der zahlreichen Spreearme, beobachten blauschimmernde Libellen und genießen nicht nur die wunderschöne Natur, sondern auch Hefeplinsen und Gurken in verschiedensten Variationen.
Dieses Jahr kam noch ein Highlight dazu: Ich nutzte die Gelegenheit für ein Treffen mit einer Vertreterin unseres GCF-Mitglieds Bekotec.
Lübbenau goes Coworking
Bekotec ist eine Tochter der kommunalen Wohnungsunternehmens WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH und bietet Messdienstleistungen für Wohnungsunternehmen an. Seit einiger Zeit ist Bekotec für ein spezielles Projekt verantwortlich: Das Unternehmen plant und errichtet in Lübbenau in direkter Bahnhofsnähe den Green Hub Coworking Space und wird diesen anschließend auch betreiben.
Ich traf mich also neben dem Gleis 3 Kulturzentrum am Baufeld mit Sindy Weiher. Sie ist Kaufmännische Leiterin bei Bekotec und kümmert sich zusammen mit ihrer Kollegin Jennifer Pigorsch, die an dem Tag leider erkrankt war, um den Green Hub Coworking Space. Sindy erzählte mir, dass sie im Jahr 2010 die Gründung des Unternehmens sehr eng begleitet und sich in diesem Zuge alle möglichen Themen rund um eine Unternehmensgründung erschlossen hat. Sehr nachvollziehbar und aussagekräftig deshalb ihre Feststellung, dass Bekotec ihr erstes Kind gewesen sei, denn danach kamen ihre zwei eigenen Kinder auf die Welt.
Vorbereitung und Pläne
Nun begleitet sie also ein weiteres großes Projekt von Anfang an, gemeinsam mit Jenny. Die beiden beschäftigen sich schon seit einiger Zeit ausführlich mit dem Thema Coworking. Sie schauten sich diverse Spaces nicht nur an, sondern arbeiteten auch zur Probe in selbigen, um ein Gefühl für‘s ‚Coworken‘ zu entwickeln und zu schauen, was für das eigene Projekt passend sein könnte.
Dies und noch viel mehr erzählte Sindy mir, während wir am Baufeld standen. Der Kelleraushub lässt die Dimension des Green Hub Coworking Space schon erahnen:
- Auf mehr als 3.000 Quadratmetern sollen hier in einem nachhaltig gebauten Gebäude auf vier Etagen 150 Büroarbeitsplätze mit hochwertiger Ausstattung und Tagungsflächen entstehen.
- Es soll sowohl Flex-Desks als auch fixe Büros mit bis zu sechs Arbeitsplätzen geben, die rund um die Uhr zugänglich sein werden.
- Die Eröffnung des Green Hubs ist für Ende 2027 geplant.
Das Projekt wird übrigens vom Bund mit Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen gefördert.
Community Building
Wir unterhielten uns natürlich auch darüber, wer hier nach der Fertigstellung arbeiten könnte. Zur Zielgruppe zählen Unternehmen, Privatpersonen, freiberuflich Tätige und Selbstständige – also alle, die einen flexiblen Arbeitsplatz im Spreewald suchen. Auch Workation-Angebote sind angedacht – kann ich mir hier sehr gut vorstellen!
Besonders im Fokus stehen Berufspendelnde, deren Arbeitgeber beispielsweise in Berlin angesiedelt ist und die im Spreewald wohnen. In diesem Sinne laufen bereits Abstimmungen mit der WISTA Management GmbH, die in Berlin u. a. den Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof betreut, so berichtete es mir Sindy. Dort seien die Flächenkapazitäten für Unternehmen praktisch erschöpft und man begrüße dort die Idee, Büroflächen für Beschäftigte im Spreewald nutzen zu können.
Sindy und Jenny machen sich auch seit einiger Zeit explizit Gedanken über den Aufbau einer Coworking-Community. Jenny sei ‚bei fast jedem Fest‘ dabei, um Kontakte zu knüpfen und schon jetzt Interessierte für den Green Hub zu gewinnen. Ich bestärkte sie in ihren Überlegungen, bereits jetzt damit zu beginnen, und berichtete ihr von Beispielen, wie andere Coworking Spaces bereits vor der eigentlichen Eröffnung damit begannen, ihre Community zu bilden.
Und ich stellte einmal mehr fest, dass Community Building eines der Themen ist, die unsere Mitglieder besonders stark beschäftigen. Es steht auf unserer To Do-Liste, dieses Thema zum Nutzen unserer Mitglieder weiter auszubauen.
Umgebung des Green Hub Coworking Space
Irgendwann wurde es uns übrigens zu staubig neben dem Baufeld für den zukünftigen Coworking Space. Deshalb gingen wir in ein Café in der schönen Lübbenauer Altstadt und setzten dort unser Gespräch fort.
Und woher kam der Staub? Schräg gegenüber vom Baufeld des Green Hub Coworking Space rissen Bagger gerade alte Garagen ab. Für das Gelände gibt es übrigens auch große Pläne: Dort soll unter anderem die „Park-Gurke“ entstehen: der Parkplatz für die „Spreewälder Gurkenwelt“. Diese soll wiederum gegenüber auf dem Areal des unter Denkmalschutz stehenden alten Lokschuppens als Zentrum für regionale Erzeugnisse inklusive eines Forschungsinstituts errichtet werden.
Es ist also derzeit viel los in Lübbenau. Bei meinem nächsten Besuch hier werde ich mich auf jeden Fall gerne wieder mit den Kolleginnen von Bekotec treffen!